Spieltaktisches Basishandeln im Doppel
Im Doppel als auch Mix kommen zu den Grundüberlegungen des Einzel noch zusätzliche Komponenten hinzu. Das Stellungsspiel als solches hat großen Einfluß auf den gesamten Spielverlauf. Grundsätzlich sollte der Gegner bewegt und ein früher Balltreffpunkt in der  Entscheidungszone (über dem Netz) angestrebt werden. Angriffe auf die Mitte der gegnerischen Spieler kann für Unstimmigkeiten oder Missverständnissen bei der Zuordnung sorgen.
Clears eignen sich als Angriffsball nicht, können aber als Vorbereitungsball in die Mitte, vorzugsweise aber auf die Rückhandseite genutzt werden. Hierbei ist die volle Länge des Platzes und die optimale Fallhöhe auszunutzen.
Drücken, Pushen, Töten, alles Bälle die im vorderen und mittleren Feldbereich anzuwenden sind. Trefferzonen sind hier der Körper, Mixedpunkte, zwischen beide Spieler oder flach in die hinteren Ecken des Spielfeldes.
Nicht zu unterschätzen ist das Spielen ohne Ball: Antizipation der Spielsituation, die Beobachtung der Schlägerhaltung bei der Ballannahme des Gegners, sowie die Stellung des Mitspielers fließen hier mit ein. Nach einem Schlag sollte man immer in angepasster Bewegung bzw. Ausrichtung bleiben um die Raktionswege kurz zu halten.
Heinz Kelzenberg* hat hierzu 12 einfache Grundregeln verfaßt, die Ordnung in die taktische Abstimmung bringen.

Spielt mein Partner einen Smash, rücke ich als Vorderspieler nach hinten, deutlich hinter die T-Linie!

Spielt mein Parntner einen Drop, rücke ich als Vorderspieler ans Netz bis vor die T-Linie!

Spielt mein Partner aus der Vorhand einen Elfmeter-Smash, mache ich ihm Platz, indem ich einen Schritt zur Seite gehe. Er folgt seinem Smash ans Netz, ich werde zum Hinterspieler!

Spielt mein Partner aus der Links-vom-Kopf-Ecke einen schwachen Drop oder Smash, bin ich auch für den nächsten langen Ball in die Vorhand zuständig!

Kann der Gegner aus der Mitte schmettern, stehen beide Abwehrspieler in der Mitte ihrer Feldhälften. Kommt der Angriff von außen, verschieben beide ihre Position nach außen. Dabei bleibt der Abstand zwischen beiden Spielern unverändert.

Den Smash in die Mitte nimmt derjenige, auf den der Ball „zufliegt“, d.h. der diagonal zum Ball stehende!

Beim gegnerischen Clear in die Mitte sollte derjenige annehmen, auf den der Ball zufliegt, d.h. der diagonal zum Ball stehende!

Wer aus der Abwehr umwandelt (kurze Blockabwehr), folgt seinem Ball ans Netz! Wer mit schneller Abwehr kontert, deckt seine gesamte Feldhälfte ab!

Wird mein Vorderspieler gefährlich außen ausgespielt, rücke ich vor Richtung Netz, um notfalls einen Cross-Ball am Netz erreichen zu können.

Gerade Schläge sind meist effektiver als diagonale. Insbesondere durch Cross-Drop oder Cross-Lob bringe ich meinen Partner oft in eine ungünstige Ausgangsposition.

Angriffe werden zum 80% durch den Trichter, d.h. durch die Mitte gespielt, um den eigenen Vorderspieler besser ins Spiel zu bringen und um für Uneinigkeit beim Gegner zu sorgen!

Hohe Bälle (Abwehr/Lob), werden von den Verteidigern an die Seiten gespielt, um dem Gegner einen schlechten Winkel aufzuzwingen bzw. ihn im Hinterfeld zu bewegen. Spiele dabei niemals zweimal an den gleichen Ort!

*Heinz Kelzenberg ist A-Trainer im DBV und hauptamtlich als Badmintontrainer tätig
Angriffsspiel im Doppel - Tunnel, breit, klassisch
Um das Ganze auch bildlich noch etwas zu verdeutlichen, gibt es drei "Aggregatzustände" im Angriff, die natürlich fließend und situationsbedingt sind. Aus einer neutralen Position entsteht durch Hochspielen des Balles eine Verteidigungspositon, was den Gegner in die Angriffspositon ("Tunnel", "breiter Anngriff" oder "klassisches" System) bringt. Tunnel deshalb, weil beide Spiele hintereinander stehen. Durch starken Druck des rückwärtigen Spielers mittels Smash, git es gute Cancen den Ballwechsel schnell zu beenden, wenn der Gegner nur longline blocken kann und der vordere Tunnelspieler mittels Push den Punkt abschließt.

Tunnel

breiter Angriff

klassisch

Schlagrichtung:
platziert Long-Line

Stellung:
direkt hintereinander

Vermeidung von:
Cross-Bällen

Anfällig bei:
Cross-Abwehr

Schlagrichtung:
hart Cross

Stellung:
versetzt, je in einer Spielhälfte

Voraussetzungen:
Beinfitness für Netzsprünge

Anfällig bei:
Blockabwehr auf den Spieler der aus dem Hinterfeld angegriffen hat
Schlagrichtung:
zwischen die Gegner

Stellung, wann wird rotiert?
- Clear zu kurz
- Clear sehr weit außen

Schlagrichtung/Varainte:
Partner gibt durch rausgehen Möglichkeit auf Cross-Angriff
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