Verfasser/Quelle: Martin Knupp 2007, Spielkonzept-Leitfaden
Wie entwickele ich einen Plan für
meine individuelle Spielweise?

Leitfaden über den optimalen Spielstil und über angestrebte Spielverläufe.
Welches Spielkonzept welchen Gameplan habe ich?
Welche Faktoren spielen eine Rolle?

Fragen die ich mir selbst stelle um meinen Spielstil zu verbessern
- welche Stärke habe ich?
- inwieweit beeinflussen körperliche Eigenschaften meinen Spielstil?
- kann ich Voraussetzungen auflisten, die mir zur Verfügung stehen?
- kann ich einen erfolgreichen Ballwechsel beschreiben, den ich auch realisieren kann?
- wie muss ein Spiel insgesamt ablaufen, damit ich erfolgreich bin?
- kann ich Spielweisenbausteine (= Spielhandlungen) beschreiben,
  die ich auch im Wettkampf gut nutzen kann?
- wie könnte eine Spielweise aussehen, in der die eigenen Stärken zum Tragen kommen?
- habe ich schon einmal Trainingsübungen zum taktischen Handeln gemacht?
- habe ich solche Trainingsübungen schon einmal bewusst selbst gestaltet?
- habe ich sie beim Training über längere Zeiträume als Lernziel formuliert?
- mache ich mir eigentlich Gedanken darüber, wie ich mein eigenes Spiel weiterentwickeln kann?
- welche Überlegungen resultieren aus der Antwort?
- kann ich mein derzeitiges Spiel um weitere Bausteine ergänzen bzw. erweitern?
- kann man das, was ich ergänzen möchte durch Training erwerben?
- was kann ich nicht - was fehlt mir?
- gibt es Verhaltensweisen bei mir selbst, die verhindern, dass meine Stärken in meinem Spiel
  zum Tragen kommen?
- gibt es mentale Schwächen?
- gibt es physische Schwächen?
- wie verhalte ich mich bei eigenen Fehlern?
- welche Gegnertypen liegen mir?
- welche Gegnertypen liegen mit nicht? - und warum nicht?

Überlege selbst:


Wie müsste meine Spielweise aussehen, in der meine Stärken zum Tragen kommen?

Spieltaktisches Basishandeln

Lesen was abläuft: Gegnerhandeln beobachten und analysieren
Wie effektiv bin ich: Die eingesetzten Techniken und Handlungen selbst bewerten
Variabilität nutzen: Bewusst Antwortschläge auswählen
ICH beschäftige ihn: Dem Gegner Aktionen aufzwingen
Die Grundlage jeden Erfolgs: Schlagsicher spielen
Gegen Attacken gewappnet sein: Mit integrierter Abwehr spielen
Jeder Ballwechsel beginnt bereits mit dem ersten Schlag: Aufschlagphase gestalten
Wenn's drauf ankommt: Entscheidungsphase und Verlängerung gestalten
Konzentrationskonstanz: Konzentration herstellen und wiedergewinnen
Marschroute: In den Ballwechseln einem übergeordneten Plan folgen
Spielertyp: Die eigenen Stärken ins Spiel einbringen
Gedanken allzeit beim Spiel: Mit aktivem Bewusstsein gestalten - Automatismus ausschalten
Dieses Basishandeln wird nicht einmal erworben und ist dann im Bestand des Spielers, vielmehr muss seine Verfügbarkeit ständig durch Trainingsübungen wach gehalten werden.
Verfasser/Quelle: Martin Knupp 2007, Spieltaktiktraining- Basishandeln

Wie gehe ich vor um ein entsprechendes

Taktik-Training aufzubauen?


Erster Schritt: Der Trainer wird sich selbst klar darüber:
- welches die wichtigsten leistungsbetimmenden Komponenten sind
- was er mit dem Spieler einüben will
- was der Spieler lernen soll, um die Effektivität seines Spiels zu verbeeser
- welche Defizite vermindert werden sollen

Zweiter Schritt: Was kann der Spieler unter Zugrundelegung seiner individuell
vorhandenen Fertigkeiten umsetzen?
- welche technischen Fertigkeiten hat er
- welche konditionellen Voraussetzungen bringt er mit
- welche sind spielgeeinflussende Persönlichkeitsmerkmale
- welches sind trainingsbeeinflussende Persönlichkeitsmerkmale
  wie Alter, Entwicklungsstand und Spielniveau

Dritter Schritt: Wie vermittele ich dem Spieler meine Ideen?
- will er überhaupt sein Spiel verbessern?
- hat er die notwendige Zeit?
- kann Taktiktraining im Rahmen der Trainingsorganisation durchgeführt werden?

Vierter Schritt: Wie erziele ich Übereinstimmung mit dem Spieler,
welche Lernziele erarbeitet werden sollen?
- ist der Spieler bereit, Eigenanteill/Eigenverantwortung zu übernehmen?
- besteht Einigkeit in der Defizitanalyse?
- kann Einigkeit bezüglich der Lernziele erzielt werden?
- kann der Spieler angeordnetes Training durch Kopfarbeit zur
  eigenständigen Weiterentwicklung seines Spiels ausbauen?

Verfasser/Quelle: Martin Knupp 2007, Spieltaktiktraining- Basishandeln

Einführung Taktik

Als Anfänger ist man erstmal mit sich selbst und dem Ball beschäftigt, schaut ihm hinterher und bewegt sich auf dem Platz eher verhalten. Das hat natürlich auch damit zu tun, daß die Schlag- und Lauftechnik noch nicht ausgebildet ist. Erst nach und nach läßt sich überhaupt von taktischem Spielaufbau reden.

Trotzdem gerade für Einsteiger ein paar einfache taktische Regeln
Grundsätzlich sollte man vermeiden die Spielfeldmitte anzuspielen, da sich die Grundorientierung des Spieles im Einzel um die zentrale Position des Platzes abspielt. Einfach deshalb, weil von hier aus alle Ecken gleich schnell erreichbar sind.
... versuche die vier Ecken oder auch die Mixed-Punkte kontrolliert anzuspielen um somit den
    Gegner in Bewegung zu halten. Er wird dadurch aus der Spielfeldmitte getrieben und hat
    weniger Zeit für einen kontrollierten Schlag
... komme selbst schnell in deine eigene zentrale Position zurück
... meide die Reichweite des Gegners mit seinem Schläger (kein Federball spielen)
... spiele sicher und sei geduldig, nicht jeder Schlag muß gleich verwandelt werden
... verweile nicht so lange an einem Platz um dem Ball hinterher zu schauen - Orientierung zur ZP
... frühe, also hohe Ballannahme - vermeide Situationen bei denen du den Ball heben mußt
... variiere deine Schläge - mache dich nicht berechenbar
... keinen Smash aus dem Hinterfeld, es sei denn, der Ball ist für den Gegener nicht erreichbar
... keine Drops aus dem HF oder diagonale Bälle -  sie bleiben lange in der Luft
... NEVER GIVE UP

Taktische Prinzipien

Es gibt drei taktische Grundprinzipien, um Vorteile für den Raum- und Zeitgewinn zu erzielen:

Erstes Prinzip: Platzierung
Durch platziertes Spiel und Schlaggenauigkeit kann ich ungünstige Treffpunkte für den Gegner schaffen. Ungünstig sind zum Beispiel lange Laufwege oder eine unangenehme Ballannahme auf der Rückhand oder Bälle die gehoben werden müssen.

Zweites Prinzip: Geschwindigkeit
Hohes Tempo, sowie harte und schnelle Schläge erhöhen den Druck auf den Gegner und lassen ihm wenig Zeit. Durch die kurze Reaktionszeit bleibt keine Zeit zum agieren, es kommt zu Not- und Verteidigungsschlägen.

Drittes Prinzip: Täuschung
Finten und angetäuschte Schläge führen beim Gegner zu Verwirrung und Fehleinschätzung.
Als Einstieg für den Badminton-Sport empfiehlt sich die Platzierung als Hauptprinzip. Der Wechsel von Drop und Clear vertreiben den Gegner aus der zentralen Position. Für Fortgeschrittene ist die Bedeutung der Geschwindigkeit wichtig, also der Smash. Das Prinzip der Täuschung wird erst dann  eingebaut, wenn alle anderen Lehrinhalte sitzen. Natürlich ist es erstrebenswert, die Prinzipien zu mischen, um ein Höchstmaß an Effizienz zu erzielen.
Technik sollte als wesentliche Grundlage folgende Punkte ermöglichen:
• das Erreichen früher Treffpunkte
• das Erzielen direkter Punkte, durch gute Platzierung und oder hohe Geschwindigkeit
• das Vermeiden einfacher Fehler durch gute Kontrolle auch unter Belastung
• sie sollte ökonomisch sein, zum Erzielen direkter Punkte bzw. der Vermeidung eigener Fehler
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